Was ist eigentlich eine Rallye?

Spektakulärer Motorsport im Raum Graue. (Foto: Christian Kuhr)

Spektakulärer Motorsport im Raum Graue. (Foto: Christian Kuhr)

Unter einer „Rallye“ versteht man einen Wettbewerb, der die Teilnehmer über normale Straßen und über Feld- oder Waldwege schickt: Die Straßen und Wege werden hierfür extra abgesperrt. Anstatt aber wie bei Rennen auf einer Rundstrecke immer im Kreis zu fahren und direkt gegen die Konkurrenz um Positionen zu kämpfen, finden hier sogenannte Wertungsprüfungen (WPs) statt: die Rallye-Teilnehmer starten immer einzeln, im Minutenabstand. Jedes Team, bestehend aus Fahrer und Beifahrer, kämpft also individuell für sich gegen die Uhr.

In der Endwertung zählt die Summe der Zeiten aus allen Wertungsprüfungen. Das Ziel ist natürlich, möglichst kurze Fahrzeiten auf den WPs zu erzielen.

Die Strecken der jeweiligen Wertungsprüfungen werden über Verbindungsetappen miteinander verbunden. Hierbei bewegen sich die Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr und müssen sich hier auch wie alle anderen Verkehrsteilnehmer an die Verkehrsregeln halten. Das bedeutet aber auch, dass alle Rallyefahrzeuge immer eine Straßenzulassung haben und natürlich auch TÜV-geprüft sind.

Ein legendäres Fahrzeug des Rallyesports auf dem IVG-Gelände. (Foto: Christian Kuhr, www.ckworks.de)

Ein legendäres Fahrzeug des Rallyesports auf dem IVG-Gelände.
(Foto: Christian Kuhr, www.ckworks.de)

Das teilnehmende Team hat bei einer Rallye strikte Zeitvorgaben zu beachten: so bekommt jedes Fahrzeug eine minutengenaue Startzeit zugewiesen. Hiervon abhängig gibt es verschiedene Zeitkontrollen, an den zu frühes oder zu spätes Eintreffen mit Zeitstrafen bestraft wird. Auch gibt es genaue Regelungen für den Start an den Wertungsprüfungen sowie für die Ein- und Ausfahrt in Serviceparks.

Charakteristisch für eine Rallye ist der Copilot (Beifahrer), der die Aufgabe hat, dem Fahrer Entfernungsangaben und Kurvenradien sowie Sprungkuppen, Belagwechsel oder sonstige Besonderheiten der Streckenführung anzusagen. Diese Angaben werden zuvor  bei einer Besichtigungsfahrt auf den WPs vom Fahrer diktiert und vom Copiloten im „Gebetbuch“ festgehalten. Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Erfolg eines jeden Teams und erfordert eine hohe geistige und körperliche Leistungsfähigkeit vom Copiloten. Darüber hinaus kümmert sich der Beifahrer um das exakte Einhalten der vorgegebenen Zeitkontrollen, das mit der „Bordkarte“ (= Kontrollkarte der Rallye-Organisatoren) dokumentiert wird.

Fahrer und Beifahrer müssen nicht nur im Besitz einer entsprechenden Rennlizenz, sondern wegen des Befahrens öffentlicher Straßen natürlich auch im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis sein.

Die Fahrzeuge müssen mindestens mit einem Überrollkäfig und einem Handfeuerlöscher ausgestattet sein. Je nach Fahrzeugklasse gibt es weitere technische Vorschriften z.B. für Art und Umfang von erlaubten Umbauten. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird vor dem Start einer Veranstaltung von sogenannten Technischen Kommissaren überprüft. Dank einer Unterteilung der Fahrzeuge in verschiedene Gruppen (z.B. seriennah oder für verbesserte Autos) ist aber sichergestellt, dass jeder Teilnehmer um den Sieg fährt – und sei es „nur“ um den Klassensieg.